Donnerstag, 19. April 2012


Buen Provecho!

Sorry dass ich 3 Wochen lang verschollen war....oder wie lange ist es jetzt her seit meinem letzten Blogpost?!...Es ist viel passiert. Jedoch ist nicht das der Grund, dass ich so lange nicht mehr gebloggt habe.
 Mein Laptop hat kapituliert. Er hatte einfach keine Lust mehr. Und das nach 2 Wochen in Benutzung. Der Bildschirm funktionierte auf ein Mal nicht mehr. Schwarze Flecken... der Rest grau. Ohne das ich irgendwas gemacht habe. Die Frau im Reparaturbuero sagte, es koennte sein, dass er mit einem Magneten in Kontakt kam. AHA. Naja jedenfalls haette die Reparatur 340 $ gekostet, meine Garantie konnte ich nicht nutzen, da ich ihn ja haette einschicken muessen, was ca 4 Wochen gedauert haette und ich an keinem Ort so lange bleibe. Ich war erstmal verzweifelt. Lag am Boden wie ein Stueck Dreck und haette heulen koennen. Aber was nutzt das schon?! Eine Freundin schrieb mir den Satz: "Willst du jetzt wegen etwas, das man ersetzen kann das missen, was nicht ersetzbar ist?!" (Danke Nati :)
Nun darf ich den Laptop von Robert benutzen, bei dem wir gerade wohnen. (was der Grund dafuer ist, wieso ich keine Umlaute und scharfe s schreibe)
Diesen Blog nicht weiter zu machen, waere ungefaehr so, ein selbst gebasteltes Weihnachtsgeschenk nicht rechtzeitig fertig zu bekommen. Ein Projekt nicht fertig zu stellen.

Jaja so ist das....aber nun schluss mit der Laptopsache....los gehts mit weiteren 3 Wochen USA-Deluxe!

San Franciscooooo

26. Maerz - 8. April



Ach ja....das hab ich ja auch noch gar nicht erzaehlt. Wie ueberaus empfehlenswert das Busunternehmen Grayhound ist. NICHT. Tja weil gerade als ich den letzten Blogeintrag gepostet hatte, ist unser toller Bus kaputt gegangen. 4 Stunden Warterei im Nirgendwo. Regen. Verranzte Sitze. Muedigkeit.
Aber was solls. Nachdem wir dann endlich in Sacramento ankamen, wo wir nochmal umsteigen mussten hies es dann ploetzlich: Der Bus nach San Francisco ist jetzt voll, ihr muesst auf den naechsten warten. Tja der kommt halt erst in weiteren 4 Stunden.
Ich haette ausrasten koennen. Leider brachte selbst die wunderbarste amerikanische Flucherei nichts. Alles was sie uns als Entschaedigung gaben, war ein 7 $ Essensgutschein.
Wenn du in solchen Situationen bist, musst du dir immer wieder ins Gewissen rufen, dass alles seinen Sinn hat. Auch in dieser Situation. Als wir naemlich unser 7 $ Delikatessenfras uns zu Gemuete fuehrten, lernten wir Ray und Wendy kennen. 4 Stunden Warterei sind noch nie so schnell vergangen! Diese Seite mag ich an den Amerikanern so. Kein jammerndes, muerrisch daherblickendes Gesicht und "alles ist scheise" Gelaber, nein man macht das Beste aus jeder Situation. Lernt Leute kennen, Geschichten kennen, Minuten, die man nie wieder vergessen wird!

Als wir nun endlich, nach 36 Stunden in San Francisco ankamen war die erste Station: International Hostel! Ach wie schoen ist es, anzukommen und sich in ein quietschendes, verranztes Hochbett zu legen! Aber wir waren froh um jeden Schlafplatz.
Der erste Morgen: Fruehstueck war im Preis mit inbegriffen, so sagte man uns. Bereit gestellt wurde ein 5 kg Pencakespulversack incl. Sirup! Dieses Pulver ruehrte man mit Wasser an und versuchte dann in einer mit Oel verkokelte Pfanne ca 2 cm dicke Teigladen herzustellen und diese anschliesend mit Sirup zu traenken, um den Teiggeschmack ein wenig zu mindern. Satt war ich nicht, dafuer war mir schlecht. Aber hey besser als gar nichts! Dafuer lernten wir einen super netten Australier und eine Deutsche kennen!
San Francisco, auch San Fran, Francis oder SF genannt ist einfach eine wunderbare, einmalige, unbeschreiblich schoene Stadt! Die Klischees sind ungelogen. Die typischen Wohnhauser, die Cable Cars, der Pier mit dem Blick auf Angle Island und Alcatraz, Hippies ja und auch ueberall Grasgeruch :)
San Francisco ist diese Stadt, in der jeder mit einem Laecheln durch die Strasen laueft. No one cares about nothing. Jeder zieht das an, worauf er gerade Lust hat. Selbst die Penner haben hier Style!
Noch dazu zahlreiche kleine Cafes und Restaurants und tausende Second Hand und Vintage Laeden wohin das Auge reicht!
Even though the weather wasn't that warm, the sky was amazing for taking some great pictures....and look at the sea lions!






Amy Winehouse garbage!
 DIE Hippiestrasen schlechthin sind Haight und Ashbury. Jeder Laden fuer sich einzigartig!
Nach 2 Naechten im Hostel zogen wir weiter zu unserer ersten Couchsurfing Station.
Juan ist 28 und wohnt in einem wunderschoenen Apartment auf der Broderick Street. Er ist Architekt und hat schon so ungefaehr halb China gebaut. Einfach verrueckt!
Am Abend sind wir gleich mal in eine koreanische Bar mit 2 Freunden von ihm gegangen. Nach unseren Ausweisen hat niemand gefragt. Da nimmts in Kalifornien irgendwie niemand so streng :) Tatsache ist aber, das die Amerikaner weit aus weniger Alkohol vertragen als die Deutschen! Oktoberfest sei dank :D
Am naechsten Abend nahm er uns auf eine Modenschau mit. Es war eher eine Art Modemesse unterstuetzt von Jean Paul Gaultier, auf der aufstebende Designer ihre Werke zeigten. Man konnte sich dort auch verrueckte Frisueren machen lassen. Lisa hats gleich ausgenutzt und sah danach aus wie ein blondiertes Huhn :D



Das naechste Highlight: Golden Gate Bridge!

Wir haben uns dazu entschlossen, die Bruecke mit dem Fahrrad zu ueberqueren, also ab zum Bike Rental.
Wenn man sich einmal den Weg durch die ueberfuellte Touristenmengen am Pier durchbahnt hat, ist die Natur und der Ausblick aufs Wasser einfach ueberwaeltigend. Die Golden Gate Bridge stets im Blick fuhren wir also immer Berg auf bis zum Anfang der Bruecke. Anstrengend war es, aber man wird mit einem wunderschoenen Ausblick auf ganz San Francisco belohnt und dem Gefuehl gerade auf einer der beruehmtesten Bruecken der Welt zu stehen!
Auf dem anderen Ende erwartet einen ein niedliches Dorf nahmens Sausalito.
Danach machten wir kurz auf einer Bank Pause und ueberlegten uns, dass es vielleicht doch mal keine so schlechte Idee waere, auf die Karte zu schauen...ok hm das Ding errinnerte eher an eine Schnitzeljagd Karte oder so. Wir fragten ein Ehepaar nach dem Weg. Leider kannten sie sich hier auch nicht so gut aus, aber sie waren einfach so super nett. Der Mann rannte zurueck zum Hotel um eine bessere Karte zu holen, derweil quatschten wir mit der Frau und fanden heraus, dass sie auch ein Airbnb Host ist. Zusammen studierten wir ausfuehrlich die Karte und hofften, dass wir rechtzeitig am anderen Ende ankamen um die letzte Fahere zu erwischen. Sie gaben uns sogar ihre Handynummer um uns im Notfall mit dem Auto fahren zu koennen!....Also ganz ehrlich: wer wuerde sowas in Deutschland machen?!
Eigentlich waren wir schon auf dem richtigen Weg nur das verwirrende war, dass man wirklich oft einfach neben den Autos auf dem Highway faehrt. Mit Fahrradwegen habens die hier irgendwie nicht so :D






Schlieslich kamen wir noch rechtzeitig, ausgepowert aber gluecklich und ueberwaeltigt von der schoenen Natur am Hafen an und konnten die Fahrt zurueck nach San Fran geniesen.

 


Am Abend mussten wir gleich unsere Sachen packen und weiter zur naechsten Couchsurfingstation. Auch wenn wir uns mit Juan super gut verstanden und er sagte, dass wir so lange bleiben konnten wie wir wollten ist es doch immer ein wenig unangenehm wenn man fuer mehrere Tage das Wohnzimmer einer fremden Person zu einem Deckenlager umgestaltet und bei ihm ganz umsonst haust.
Deswegen: Weiter gehts ins nachste Erlebnis!
Unsere naechsten Gastgeber heisen Rusana und Jason. Ein wirklich junges Ehepaar (24 und 27). Rusana ist Russin und arbeitet fuer Twitter (!!!). Jason ist eigentlich aus Ohio und studiert Russische Literatur und macht gerade seinen Doktortitel.
Die beiden waren super nett. Wir blieben weitere 5 Naechte bei ihnen. Am zweiten Abend kam eine weiterer Couchsurfer. Antoine aus Quebec. Am Abend machten wir eine "kleine" Nachtfahrradtour bis runter zum Strand. Rusana kannte eine Strase, die in der Nacht kaum befahren ist. Stets bergab fuhren wir also zu viert durch San Francisco. Ich fuhr abwechselnd im Stehen und im Sitzen, da mein Fahrrad viel zu gros war, das Absteigen war jedes mal eine kleine Akrobatennummer :)

Am Strand entdeckten wir durch Zufall eine Gruppe, die gerade ein Lagerfeuer machte! Diese Zufaelle immer.....die schoensten Minuten des Tages!
Danach machten wir noch eine gemuetliche Huukah+ (Shisha) Runde.
So gut wir uns auch wieder mit diesen zwei Menschen verstanden, 5 Nachte waren eine lange Zeit. Deswegen buchten wir fuer die letzten zwei Naechte ein Hostel. \
Ok das Hostel lag in einer Strase, wo ich mich Nachts nicht so gerne aufhalten wuerde und war ebenfalls wunderbar heruntergekommen. Aber was solls, die Betten waren bequem und es gab sogar Donuts und Bananen zum Fruehstueck!
Es war ein sonniger Tag und so beschlossen wir, ein letztes Mal zum Dolores Park zu fahren. DER Hippie Park schlechthin! Dort versammelt sich die halbe Jugend San Franciscos. Man macht zusammen Musik, trinkt und raucht ein bisschen und feiert das Leben.
DOLORES PARK

Was ich allerdings nicht vermutet haette, ist das Klima in SF. Eigentlich herrscht das ganze Jahr ueber die gleiche Temperatur. Ca 15 - hoechstens 25 Grad, sehr oft windig und in der Nacht ist es sehr kalt. Oktober ist der schoenste und waermste Monat.

Das mit dem Couchsurfing ist auch immer so eine Sache...du darfst ganz umsonst bei einem fremden Menschen uebernachten. Darfst sein Bad benutzen und seine Kueche. Bekommst sogar einen Schluessel. Das bedarf eine Menge Vertrauen! Da fuelten wir uns schon ein wenig schlecht, wenn wir einfach so gehen wuerden ohne uns mit einer kleinen Geste zu bedanken. Deswegen luden wir Rusana und Jason zum Essen ein, in das Indische Restaurant vom ersten Abend in SF. Wir veranstalteten eine Art Indisches Festmahl mit lauter koestlichen Leckereien.
Rusana and Jason trying to do some fake shooting on a TV screen
Danach verbrachten wir noch den ganzen Abend mit den zweien. Wir gingen zur Lombard Street, eine Strase, die sich quer durch einen Berg hinaufschlaengelt. Oben angekommen kletterten wir einen weiteren Huegel hinauf, wo uns eine wahnsinns Aussicht auf die Stadt erwartete. Zusammen die weedpipe angezuendet, so hatte dieser Moment einen noch schoeneren Effekt :)....Ich glaube Gras ist in San Francisco so ueblich wie in Bayern Bier!...Das gehoert einfach dazu in der Hippiestadt schlechthin!
Sonntags luden wir Juan, ihr erinnert euch der Architekt aus der Broderick Street zum Brunch ein. Er durfte das Restaurant ausschen. Es war zwar nicht gerade guenstig und besonders am Sonntag proppevoll mit Gaesten, aber das Essen war einfach delikat! Ich bestellte Eier Benedikt, Lisa Pancakes (wie immer) und Juan French Toast. Ein paar wunderbare Stunden um auch diesem Couchsurfing Host/Freund zu danken.

Auf in den Knast: Alcatraz.

















Can you find the fake head under the blanket?
Ok 28 $ zu zahlen um sich ein Gefaengnis anzuschauen mag schon ein wenig komisch sein, aber es war auf jeden fall sein Geld wert!
Wir fuhren mit der Faehre auf die Insel. Im Preis war eine Audio Guide Tour mitinbegriffen. Das heist anstelle einer Fuehrung setzt man sich Kopfhoerer auf und kann alleine durch die Gaenge laufen. Ich persoenlich finde diese Art um einiges besser, da man sich so viel Zeit lassen kann, wie man will und die Audio Tour auch auf Deutsch verfuegbar ist.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass am 11. Juni 1962 Frank Morris, John Anglin, and Clarence Anglin sich eine Art Bohrmaschine aus einem simplen Metallloeffel, einem Centstueck und einem Motor aus einem gestohlenen Staubsauger zusammenbastelten und sich so ein Loch in die durch Feuchtigkeit geschaedigte Betonwand bohrten?!
Was viele auch nicht wissen ist, dass auf Alcatraz nicht nur die Gefangenen lebten, sondern auch die Wahrter mit ihren Familien. Die Kinder fuhren ganz selbstverstaendlich jeden Tag mit der Fahre rueber nach San Francisco um dort auf die Schule zu gehen.
Die Flora und Fauna auf der Insel sind ebenfalls sehenswert. Unberuehrte Natur und eine riesige Vielfalt an Voegeln und Insekten.
Ihr koennt sicher nachvollziehen, wie schwer es uns viel diese wunderbare Stadt zu verlassen. Sogar die dreckigen Ecken haben hier ihren Charme. In dieser Stadt habe ich mich daheim gefuehlt. Hier muss sich niemand verstellen, hier kann man sein wer man ist. Everyone's unique. Hier sagen sich Fuchs und Hase Gute Nacht.



Los Angeles

9. - 15. April








Ueber Nacht fuhren wir 5 Stunden von SF nach Santa Monica und dann weitere 2 Stunden mit dem Zug nach LA. Dort begrueste uns typisches California Wetter. Brennende Sonne, dass man sich einfach nur fallen lassen will und alle Viere von sich strecken will.
Wir fuhren zu unserer Couchsurfing Station. Eine arabische Familie mit 3 kleinen Kindern. Die Busfahrt vom Bahnhof bis zur Beverly Glen Station dauerte fast eine Stunde. Wir dachten schon wir seien im falschen Bus, bis dann schlieslich doch noch die richtige Station kam.
LA ist einfach so riesig und weit, dass man immer mindestens eine halbe Stunde einkalkulieren muss um von A nach B zu kommen. Dazu kommt noch der nervige Verkehr, der die Stadt rund um die Uhr beherrscht. Sogar auf dem Highway, der meist 4-5 spurig ist, kommt man nicht mit mehr als 80 - 100 km\h voran.
Das dort jeder ein Auto hat ist fuer mich allerdings, nachdem ich das schlimme Bussystem gesehen habe, kein Wunder. Es gibt verschiedenfarbige Busse. Eine Wochenkarte gibt es nur immer fuer eine Farbe, da es verschiedene Busunternehmen sind. Auf den Bussen steht irgendwie nie die Richtung in die sie fahren. Pro Fahr muss man 2,25$ bezahlen. Egal ob man nun nur 2 Stationen fahrt oder die ganze Strecke durch. Wenn man umsteigt, muss man wieder zahlen. Allerdings haben wir mit der Zeit rausgefunden, dass die meisten Leute einfach irgenwas reinschmeisen. 50 Cent, 75 Cent, 1 $. Ein bisschen wie Lotto Spielen. Manchmal sagt der Busfahrer was und dann zahlt man eben den vollen Preis.
Eigentlich freuten wir uns auf unseren Aufenthalt bei der Familie. Sie lebten im Stadtteil Santa Monica, noch dazu hies die Strase Beverly Glen....woran man halt irgendwie an Beverly Hills denkt. Was uns erwartete, war allerdings alles andere als luxurioes. Die Wohnung war dreckig und sehr unordentlich, wir mussten mit den Kindern in einem Zimmer schlafen, was denke ich weniger ein Problem fuer uns als fuer die Kinder war. Ich meine, ich als Mutter wuerde niemals meine Kinder alle 3 Tage mit fremden Leuten im Zimmer schlafen lassen. Die Mutter erzaehlte uns, dass sie schon ca ueber 100 Couchsurfer bei sich unterbrachte.
Andererseits achtete sie sehr auf gesunde Ernaherung und Bildung (die Kinder wuchsen 3 sprachig auf), andererseits war die Wohnung wirklich eine Art Messie Wohnung und was sowas angeht sind wir schon viel gewohnt.
Und da wir ja jetzt schlieslich auch Kinder von ihr waren, mussten wir folgende Regeln beachten:
1. Mindestens einmal ein typisch Deutsches Essen kochen und es dann in ihrem Kochbuch eintragen 2. spaetesens um 6 Uhr Abends zuhause sein

Wir fuehlten uns wirklich unwohl und so beschlossen wir gleich am naechsen Tag zu einem anderen Couchsurfing Host zu gehen.
Am Tag schauten wir uns ein bisschen die Stadt an. Wenn Nicht-Kalifornier von LA reden, denken sie an Hollywood, Beverly Hills, Venice Beach, jeden Tag Sonne und braungebrannte, durchtrainierte Menschen sowie alle Nase weit ein Promi, der gerade rumlaeuft.
Mein jetziges Bild von LA koennte jedoch kaum paradoxer sein. Heruntergekommene Strasen, unzaehlige Mexikanerbuden und Armut beherrschen die Stadt. Viele Ecken erinnern eher an eine Grostadt in Suedamerika als an den "Big American Dream".
Leider haben selbst die Leute einen trostlosen Eindruck auf mich gemacht.

Aber nun wieder zurueck zum couchsurfing Erlebnis. Als wir Abends bei der Familie ankamen, machten wir gleich Naegel mit Koepfen und sagten, dass wir zu einer anderen Unterkunft gehen. Der Vater fragte uns, wo diese sei. In der Naehe der Universitaet in Vermont. Da es draussen schon dunkel war, fragten wir ihn ob er uns fahren konnte, wenn wir ihm Geld geben.
Seine Reaktion: "Nein, da fahr ich euch nicht hin, diese Gegend ist sehr gefaehlich. Nicht mal fuer Geld fahr ich euch dort hin." Ihre Reaktion: "Ich bin dort zur Schule gegangen, da schiesen sie und dealen mit Drogen. Da fahr ich euch nicht hin."
Ooookey....suuuper. Hm trotz allem wuerde ich als Erwachsener Mensch zwei auslaendische Jugendliche eher noch mit dem Auto dort hin fahren, als alleine mit dem Bus.
Aber wenn sie das nicht wollen, tja dann muessen wir eben das Risiko auf uns nehmen.
Da wir einmal umsteigen mussten, entschieden wir uns dazu ab dieser Station ein Taxi zu nehmen.
Leichter gesagt, als getan. Irgendwie wollte kein Taxi anhalten, also gingen wir in ein koreanisches Restaurant um zu fragen ob sie fuer uns ein Taxi rufen koennen. Erst kam ein Koreaner raus, dann holte er seinen Kumpel und noch einen Kumpel und zusammen redeten sie auf Koreanisch bis einer Richtung Auto lief und sagte wir sollen einsteigen.
Klaaar....ich bin ja auch so naiv und steig mit drei Koreanischen Maennern ins Auto.
Ok, nein danke, wir gehen lieber weiter. Eine Tankstelle. Gottseidank. Die Frau am Schalter drueckte uns das Telefon in die Hand und sagte uns die Adresse. Der Taxifahrer versprach uns, in 5 Minuten sei er da. Wir warteten. 10 Minuten. 20 Minuten. Eine halbe Stunde. Wir gaben das Warten auf.
Gegenueber war ein Subway. Dort hatten sie allerdings keine Taxinummer. Etwas weiter war eine Polizeistation. Gottseidank gab es in dieser Stadt auch ein paar hilfsbereite Menschen, wie dieser Polizist zum Beispiel. Er rief uns ein Taxi dass dann auch tatsaechlich nach wenigen Minuten ankam.
Endlich....ca. zwei Stunden spaeter waren wir bei unserer Unterkunft. Eine Studenten-WG im Univiertel. Drogendealer oder Gangster mit Waffen in der Hand sind uns keine begegnet. Collin, unser Couchsurfer Host war super nett, wenn auch ein typisch US-Amerikanischer Typ allias "Checker-Prollo-Sunnyboy" Typ. Als wir ihm die Geschichte mit der Familie erzahlten, waren seine einzigsten Worte: "What the fuck"....und auch er hatte hier noch keine Drogendealer etc. gesehen.

Alles was er uns als Schlafmoeglichkeit anbieten konnte, war ein Sessel und eine kleine Couch. Kurzerhand bauten wir diese zwei Utensilien zu einem halbkomfortablen Bett-Dingsda um. Lisa stellte den Sessel vor die Couch und benutzte es so als Liegeflaeche, ich bekam den Rest der Couch. 


Am naechsten Tag fuhren wir zum Hollywood Boulevard. Walk of Fame. Allerdings hatten wir uns mehr erwartet. Ein Souvenirgeschaeft nach dem anderen. Ueberall diese verkleideten Maskottchen. Touristen en masse.
Ok where's the big deal?
Ein Traum wird wahr




Tja dann gaben wir uns eben einmal Madame Tussauds. War schon cool.
Am Abend kamen zwei weitere Couchsurfer. Eine Schwedin und ein Tuerke, bei studieren gerade in der Naehe von San Francisco.
Das war der Abend, wo ich erfuhr, dass die Reparatur meines Laptops 340 $ kostet. Demensprechend war ich sehr niedergeschlagen, waelzte mich auf der Couch und heulte rum.
Eigentlich wollte uns Collin zu einer Studentenparty mitnehmen. Doch wie es das Schicksal so wollte, ereignete sich genau an diesem Nachmittag eine heftige Schiesserei nur 10 Blocks weiter. 2 Studenten kamen ums Leben. Okey jetzt hatte ich wirklich ein schlechtes Bild von der Stadt der Engel.
Was allerdings in Deutschland wochenlang in den Medien diskutiert und auseinander genommen werden wuerde, war hier eine Sache von vielleicht zwei Tagen. Scheint also normal zu sein.

Am naechsten Tag holte uns unser nachster Gastgeber ab. Robert, den Lisa vor 2 Jahren auf dem Oktoberfest kennenlernte und immer noch in Kontakt mit ihm war, ist ein aus Mexico stammender Chemiestudent.
Zuerst freuten wir uns, endlich mal wieder in den Genuss eines komfortablen Bettes zu kommen. Leider hatten wir uns zu frueh gefreut. Die Familie lebte fuer Deutsche Verhaeltnisse ein eher spartanisches Leben, fuer LA Verhaeltnisse aber normal. Alles was sie uns anbieten konnten, waren Schlafsaecke und Decken.
Inzischen machte uns das aber nicht mehr wirklich was aus. Worueber wir uns viel mehr freuten, war die riesengrose Gastfreundschaft dieser Familie. Roberts Schwester kochte fuer uns einen wunderbaren Topf Spagetti und einen frischen Salat. Das beste Essen seit Tagen.

Some German food for the Mexicans: Sauerkraut, Kartoffelbrei, Fleischpflanzerl + Haferbratlinge for the Veggie(s)
Die naechsten Tage zeigte uns Robert die ganze Stadt. Er fuhr uns ueberall hin, was in LA wirklich ein riesiger Vorteil ist. Wir fuhren zum Hollywood Schild, wanderten den Berg hoch, waren am Santa Monica Beach und in Venice, einer meiner liebsten Stadtteile. Man kann am Pier entlanglaufen, ueberall spielen sie Gitarre. Am Strand war eine riesige Gruppe von Trommlern, die sich glaube ich gar nicht kannten aber einfach zusammen Musik machten. Wir tanzten am Strand, liesen uns ein Hannah Tattoo machen und spazierten an der Flusstrase entlang wo die etwas betuchteren Leute ihre Ferienhaeuser haben. Wir fuhren auch durch die Strasen Beverly Hills. Dort, wo die Superreichen in ihren Hochsicherheitsvillen leben und wahrscheinlich noch nie einen Fus in "the real LA" gesetzt haben. Zwei Welten, wie sie unterschiedlicher nicht sein koennten.
Big waves @ Santa Monica Beach
Venice
I think I can see Germany!




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Las Vegas and Grand Canyon

16. - 18. April

Von Montag bis Mittwoch buchten wir eine Tour nach Las Vegas und zum Grand Canyon. Die Tour kostete 99 $ + Tax auf www.gotobus.com
Um 6 Uhr Morgens fuhr uns Robert zur Busstation. Da wir die vergangene Nacht nicht viel geschlafen hatten, schliefen wir sofort im Bus ein. Als wir wieder aufwachten, drehte ich mich um und uns begruesten ca 50 Chinesengesichter. Mein erster Gedanke war: Bin ich im falschen Bus?!
Hm....nein bist du nicht. Du hast nur unwissentlich eine Chinesentour gebucht. Die gesamte Tour war auf chinesisch und englisch. Der einzigste Mensch, der kein Chinese war, war eine 25 Jahre altes Maedchen aus Frankreich.
Somit war auch unser Tourguide Chinese.
Ich will ja wirklich nicht gemein sein, aber Chinesen sind so ziemlich die schlimmste und nervigste Nation auf dem Planeten. Staendlig dieses ueberlaute "Jing-Hau-Jang" Gequatsche, von allem und jedem muessen sie Fotos machen und unhoeflich sind sie obendrein auch noch. Und sie sind ueberall. Wie eine Ameisenkolonie wuseln sie ueberall herum.
Aber was solls, trotz allem war es so nervig, dass es schon wieder lustig war. Auf der Fahrt nach Vegas hielten wir an einer Outlet Mall, Markensachen zu Schnaeppchenpreisen. Ok ich brauch eigentlich nicht umbedingt irgendwelche Markenklamotten, die nur schoen sind, weil darauf "Adidas" oder "Guess" oder "Lacoste" steht, aber ein Paar Converse Schuhe fuer 37 $ (ca 28 Euro) hab ich mir dann doch mitgenommen.

....Next Stop: Las Vegas, Baby!!!

View from the Stratosphere Tower
Ceasar Palace

 Okay, da wir die letzten ca 20 Tage nur auf Fusboden und Couch schliefen fuehlten wir uns wie im Himmel auf Erden. Jeder fuer sich ein Queen-Size Bett, eine Dusche MIT Vorhang, alles sauber. Fuer jeden 5 Handtuecher. Wunderbar. Wir uebernachteten im Stratosphere Hotel, das Hotel mit dem groesten Turm in Vegas.
Die Stadt ist eigentlich kleiner, als ich sie mir vorgestellt habe. Es gibt den ca 6 km langen Las Vegas-Strip, worauf fast alle Hotels und Clubs zentriert sind. Little Italie, Paris, New YorkNew York.
Ein Erlebnispark fuer Erwachsene. Aber das alles mal gesehen zu haben, ist schon toll. Ist einfach irre. Einfach crazy. Man kann auch einfach in jedes beliebige Hotel reinspazieren und es sich anschauen. Belaggio, MGM, The Flamingo.....schon cool das alles mal real zu sehen.
Vor allem das Belaggio ist krass. Lisa verglich die Groese mit Hurlach, ihrem Dort daheim. Eine shoppingstrase, ein kleiner Park sowie eine riesige Spielhalle sind mitinbegriffen.
Ich denke, Las Vegas ist so ziemlich der Inbegriff des "American Way of Life".





Chocolate Waterfall in the Belaggio
Belaggio



Free Fall from the Stratosphere Tower. The left girl is Doria from France





Grand Canyon





Der naechste Tag begann bereits um 4:30 mit einem Weckruf. Um 5:15 gings im Chinesenbus los Richtung Grand Canyon.
Der Preis von 99 $ klang wirklich ein bisschen nach "bitte lesen Sie das Kleingedruckte nach versteckten Kosten". Hm....war es auch. Wir mussten weitere 18 $ Servicegebuehr zahlen, die ich nie freiwillig fuer einen Chinesischen Tourguide gezahlt haette. Im Preis mit inbegriffen war nur South Grand Canyon. Da aber der Sky Walk beim West Canyon war, musste man allein fuer den Eintritt in den Nationalpark nocmal 57 $ zahlen, fuer den Sky Walk 36 $. Aber was solls....schlieslich ist man nur einmal hier.....das wissen natuerlich die Reiseunternehmen auch, die sind ja nicht bloed...
Grand Canyon ist aber einfach der absolute mega ober hammer von Schoenheit. Wo hin man schaut: Berge, Klippen, strahlend blauer Himmel. Ein Platz im Nirgendwo. Also wenn ich mal Suizidgedanken habe, fuehre ich sie hier aus. A la "Thelma and Louise" :)
Ich haette so gern mehr Zeit hier verbracht. Eine Woche. Ein Platz wo die Welt noch in Ordnung ist. Unberuehrte Natur. Freiheit. Liberty.
Wir hatten 4 Stunden Zeit um uns alles anzusehen. Ich denke, hier lasse ich ausnahmsweise mal die Bilder sprechen.
 
 

Real native Indian
Tja Leute, ich wuerde gerne noch viiiiel mehr schreiben aber 1. denke ich dann dass ihr das Lesen sonst irgendwann aufgibt und 2. muss ich mich jetzt langsam mal fertig machen weil wir in ein paar Stunden ab nach Mexico/Ensenada duesen! (Keine Angst, Robert kommt mit und kann ja Spanisch)
Was ich aber noch sagen muss ist, dass - auch wenn wir schon so viel haessliches gesehen und erlebt haben, um jede Erfahrung froh bin. Ich bin froh, diese einmalige Chance zu haben dies hier alles zu erleben. Ich bin froh, dadurch mein Leben mehr denn jeh zu schaetzen und jede Sekunde, jeden Atemzug zu geniesen. Ich bin froh um jede Begegnung mit Menschen, die inspirierende Geschichten zu erzaehlen haben. Ich bin froh einen Menschen gefunden zu haben, mit dem ich all das teilen kann. Wie unterschiedich wir auch sind, uns verbindet dennoch so viel, dass jeder zu einer besseren Haelfte des anderen geworden ist.

Amen.

Dienstag, 27. März 2012

...just on the way to San Francisco!!!!

A few more days in Vancouver - 26th March 2012


Es ist jetzt 1:30 a.m. Wir sind bereits seit 11 Stunden unterwegs. Von Vancouver ging es mit dem Bus zurück nach Seattle, doch davor mussten wir natürlich nochmal durch die Grenzkontrolle.

Der Grenzübergang war wieder mal Bürokratie vom feinsten! Zwar ging diesmal alles vergleichsweise schnell über die Bühne, wir hatten ja schon ein Visum für die USA, jedoch mussten wir bei der Gepäckkontrolle feststellen, dass es sogar verboten ist EINEN (1) Apfel mit über die Grenze  zu "schmuggeln". Wie letztes mal auch mussten wir ein Zertifikat ausfüllen, worin neben psychografischen Eckdaten auch Angaben zu Krankheiten etc. gemacht werden mussten. Außerdem muss man ausfüllen, ob man Gemüse oder Obst, oder evtl. zu verzollende Sachen im Gepäck hat.
 Bei den anderen Grenzübertritten hatten wir ebenfalls Proviant dabei. War alles kein Problem.
Heute jedoch schaute sich der Officer unseren Apfel genauer an und beschlagnamte ihn kurzerhand "this is illegal. You are unauthorized to take fruits or vegetables with you". AHA. Komischerweise waren die Banane und die Karotten erlaubt. Bestimmt wollte er sich nur sein Mittagessen erschnorren!!!
Ok vielleicht auch nicht, nachdem wir nämlich mit der Kontrolle durch waren sagte der Typ hinter uns, dass wir echt Glück hatten. Normalerweise sind die Beamten an den Grenzen immer sehr streng. Ein paar Freunde von ihm mussten neulich 500 $ zahlen, weil sie Obst und Gemüse dabei hatten und dies nicht auf dem Zertifikat aufführten. Irgendwie muss der Staat ja seine Schulden abbezahlen...
HAHA

 Okey.......wieder einmal Glück gehabt, drüber gelacht....uuund weiter gehts!
Danach fuhren wir weiter nach Seattle, von dort aus stiegen wir in den Bus nach Portland/Oregon um, den wunderbaren Pissegeruch ständig in der Nase, unser Platz befand sich wieder unweit der Toilette... und nach 14 Stunden Fahrt müssen wir noch einmal in Sacramento/Californien in den Bus zum eigentlichen Ziel umsteigen --> San Franciscooo :)

Doch bevor es soweit ist, will ich noch ein bisschen von unseren letzten Tagen in Kanada erzählen. 

Vancouver ist wunderschön. Die überwältigende Berglandschaft, die einen stets durch die ganze Stadt begleitet, dazu der pazifische Ozean und darüber die Skyline. Eigentlich eine perfekte Kombination für eine lebenswerte Metropole!
Doch irgendwie habe ich hier dieses gewisse Gefühl vermisst. Dieses Gefühl, dass ich bis jetzt in manch anderer Stadt so sehr genoss. Es ist dieses Gefühl, sich sofort heimisch zu fühlen, jede einzelne Ecke dieser Stadt in seiner Erinnerung aufsaugen zu wollen.

Ich dachte darüber nach. Irgendwie hatte ich zum ersten mal nach über 3 Wochen Hardcore Sightseeing einfach mal Lust, mich auszuruhen. Zu rasten. Bei Lisa war es ähnlich. Das war vermutlich auch der Grund, dass wir in Vancouver fast jeden Tag bis halb 12 schliefen^^
Doch wenn ich so an Chicago zurückdachte, vermisste ich noch etwas. Ich vermisste den speziellen Charme dieser Stadt. Ich vermisste diese kleinen, heruntergekommenen Gässchen, die dir abertausend Geschichten aus vergangen Tagen erzählen. Die dir dieses Gefühl geben, genau in dieser beschissenen Sekunde genau an DIESEM Ort und nirgendwo sonst sein zu wollen.

Da Vancouver erst ca. 1860 entstand, was wirklich NICHTS ist...wenn man bedenkt das manch Deutschte Stadt schon über 2000 Jahre auf dem Buckel hat, gibt es architektonisch gesehen so gut wie keine älteren Gebäude. (Wirklich trostlos - wenn sie den Bahnhof dann noch auf pseudo-möchtegern alt dekorieren, mit falschem Stuck und so weiter... :D)


Naja, das Viertel Gastown jedenfalls, konnte durch seine ausgefallenen Läden überzeugen. Ein Vintage Laden nach dem anderen, viele süße Galerien, wunderbare Restaurants. Selbst die Souvenirshops konnten überzeugen :)
Es verschlug uns in einen kleinen Second-Hand Laden, der einer älteren Dame gehörte. Er war von oben bis unten mit Klamotten, Krims-Krams und Schmuck vollgestopft. Die Frau begrüßte uns herzlich (sie musste uns allerdings erst die Tür aufsperren, da es "schon" fast 6 Uhr Abends war und sie sich gerade genüsslich eine Zigarette angezündet hatte).
Nach ein bisschen belanglosem Gequatsche, sahen wir uns im Laden um - die Besitzerin sang die ganze Zeit abwechselnd lautstark, dann flüsternd wirres Zeug vor sich hin. "Ich glaub, die hat gekifft oder so was"...sagte Lisa zu mir in der Umkleide....während wir ein paar wirklich süße Röcke anprobierten, die die Frau - so erzählte sie jedenfalls - aus alten Dingen neu entwarf und umnähte.
Jeder von uns entschied sich schließlich für einen Rock und wir verabschiedeten uns von der netten, zugedröhnten Frau. So wie die möchte ich auch mal alt werden :D
Das mit dem "zudröhnen" ist da drüben so eine Sache. Irgendwie riecht es an jeder Ecke - und das ist wirklich nicht üebrtrieben - nach Gras. Lustigerweise gibt es auch in jeder Stadt unzählige Läden, in denen man jegliche Utensilien, aber auch Kleidung, Taschen, Kosmetik und weiteres aus Hanf kaufen kann. Das finde ich eigentlich ne tolle Sache, weil was spricht schon dagegen nen Pullover aus Hanfwolle zu tragen?! --> keine Angst wir haben natürlich NICHTS gekauft!!!
Aber dort verkaufen sie - eigentlich ganz offen - auch besagte Blätter etc.^^ Wir sahen in Vancouver sogar einen Coffeeshop!
Wikipedia hat mich folgendermaßen informiert:
"In Kanada wird Cannabis seit 2003 zur medizinischen Verwendung staatlich kontrolliert an bedürftige Patienten abgegeben, ohne dass diese Angst vor einer Verfolgung durch die Justiz haben müssen.
Cannabis ist auch dort – trotz Illegalität – weit verbreitet. In der Gesellschaft wird es als harmlose Droge akzeptiert und bei geringen Mengen (unter 28,35 g) muss man mit keiner Strafe rechnen. Dennoch kann es polizeilich konfisziert und entsorgt werden."

Ich + Aussicht vom Balkon :)
Am Abend gingen wir erst lecker essen, dann wollten wir dem Nachtleben Vancouvers - nachdem wir uns vergangene Nacht im Schwulen- und Lesbenviertel verirrt hatten - noch eine Chance geben. Wir fanden einen grandiosen Irish Pub mit Livemusik! Der Laden war voll....was das Tanzen noch spaßiger machte! Zum ersten Mal verspürte ich hier dieses Gefühl, dass ich die letzten Tage so vermisste. Und für einen kurzen Moment war ich einfach nur unbeschreiblich glücklich genau dort zu sein, wo ich gerade bin.
Alkohol ist in Kanada aber end teuer. Für ne halbe Maß Bier zahlt man zwischen 5 und 8 $. Das entspricht ca. 4 - 7 €.
Die Wirtschaftskrise hat man auch hier stark zu spüren bekommen. Die Preise sind  heftig gestiegen, Steuern wurden um ca 2 % erhöht. Diese fallen allerdings in jedem Staat (Provinz) verschieden hoch an. Br. Columbia liegt derzeit bei 12 %, Québec sogar bei 14 %. Die USA hat derzeit eine Steuerquote von 10,5 %. Wer jetzt denkt, ja bei uns haben wir aber 19 %, der vergisst, dass man bei uns Steuern absetzen kann. In Amerika/Kanada ist das nicht möglich.
(Umrechnungskurs derzeit ca. 1 € entspricht 1,36 $).

Wenn wir schon dabei sind, da will ich doch nochmal auf unsere Unterkunft zurückkommen. Wir schliefen ja bei YingYing im Wohnzimmer. Eigentlich war alles zufriedenstellend. Die Wohnung war sauber und wir hatten mehr oder weniger unsere Privatsphäre. Aber irgendwie wohnte nicht YingYing selbst in dieser Wohnung sondern ein anderes Mädchen, dass sich aber bei uns nicht mal vorstellte. Kein Hello - Kein Goodbye. Really strange. YingYing selbst kam erst am Tag unserer Abreise wieder.
Da realisierte ich erst wieder, wie schrecklich es wäre die ganze Zeit in Hotels zu übernachten. Ich denke, diese Anonymität spielte eine weitere Rolle, wieso ich mich in Vancouver die ersten Tage nicht so richtig wohl fühlte.
Was sich aber am nächsten Tag zum Glück um ungefähr 180° änderte! Es war die letzte Nacht bei YingYing und eigentlich wollten wir schon am Sonntag weiter nach San Francisco. Da aber die Busse und Züge im Vergleich zu Montag übermäßig teuer waren, suchten wir kurzfristig nach einer Übernachtungsmöglichkeit für eine Nacht. In www.couchsurfing.com* bot uns ein Typ Namens Ryan eine Unterkunft in seiner WG an. Wir nahmen an.

@ Lisas Mama:

Entschuldigung, dass wir das Versprechen  gebrochen haben, Couchsurfing nicht zu nutzen. Aber es ging einfach nicht anders, sonst hätten wir draussen schlafen müssen!!! Aber wie du lesen kannst (und auch von deiner Tochter hören kannst) war es auf jeden fall viel besser dort, als die Airbnb Unterkunft in Vancouver. :)


* Couchsurfing ist ein Portal für Reisende, vorzugsweise Backpacker um Leute aus aller Welt zu finden, die einem die Stadt zeigen, eine kostenlose Unterkunft anbieten, oder auch nur Zeit für einen Kaffee haben. Man kann aber auch Leute finden, die zum Beispiel die gleiche Route entlangreisen und sich so ein Auto teilen, oder einfach nur zusammen die Tour machen.

Das Haus fanden wir ziemlich schnell. Ryan empfing uns herzlich. Es waren zwar nur zwei kleine, ein wenig verranzte Sofas im Wohnzimmer der WG, die er uns anbieten konnte, aber das reichte für eine Nacht vollkommen. Die anderen WG Mitglieder (ein Mann und zwei Frauen) waren auch alle total nett und aufgeschlossen. Als wir fragten, ob er uns denn ein gutes, günstiges Restaurant in der Nähe empfehlen konnte, bot er uns einfach an, Spagetti für uns zu kochen :)
Und so saßen wir am Abend alle im spartanisch-zusammengewürfelten Wohnzimmer, aßen leckere Nudeln mit Tomatensouße, Brokkoli und Zuchini, redeten, lachten und fühlten uns wie 2 Vancouveraner, die mit ihren Freunden einen lustigen Abend verbrachten :)

Um ca halb 9 - ich war eigentlich schon hundemüde, bot uns Ryan an uns ein bisschen herumzuführen. It was absolutely worth it!!! Wir liefen bis runter zum Meer, wo uns ein absolut hammer geiler Ausblick auf die gesamte Berglandschaft und die Skyline erwartete. Und das bei einem strahlen klarem Nachthimmel. Ich konnte mich gar nicht satt sehen!! Wir liefen ca 2 Stunden, immer am Wasser entlang durch enge Trampelpfade, die Touristen glaube ich nicht umbedingt zu sehen bekommen! Wir kamen an riesigen Villen vorbei, die wohl dank der luxuriösen Lage ein Vermögen kosten.



Ryan ist eigentlich gebürtiger Südafrikaner und wohnte bis vor 3 Jahren noch in Kapstadt. Jetzt macht er hier in Vancouver sein Studium zuende und will danach auch hier arbeiten.
Er erzählte uns viel über Kanada und Vancouver und ich fragte ihn - als großen Kapstadtfan - auch viel über Südafrika aus.
Die Couch war bequemer als ich dachte und ich war am nächsten Tag fit für unsere letzten paar Stunden in British Columbia. Eigentlich wollten wir noch mit dem Sea Bus rüber auf die Insel fahren, jedoch stellte sich heraus, dass das zeittechnisch alles nicht mehr hinhauen würde. Deswegen schlug Ryan vor, dass er uns die Uni zeigen könnte, welche die größte in ganz Kanada ist.
Die Universität an sich ist, ausser ihrer wahnsinnigen Größe nichts spektkuläres. Ein stinknormaler Betonklotz reiht sich an den anderen.

Btw: zieht euch das Video rein --> Das Promotionvideo der Uni, echt gestört, aber irgendwie auch echt lustig gemacht und man bekommt einen Überblick davon, wie riesig das Gelände ist



Wenn man bis ganz runter läuft kann man einen wahnsinns tollen Blick über das Meer geniesen, weil die Uni auf einem Berg liegt.

Garten der Universität



die 1000 Treppen :)
Dort führt ein Weg runter zum Wasser. Wir gingen gefühlte 1000 Stufen einen steilen Berghang hinunter bis wir am Strand ankamen. Es war einach überwältigend! Obwohl es regnete, aber vielleicht auch gerade weil es regnete, war es ein wunderschöner Ort. Ich glaube der Kontrast zwischen weitem Meer und düsterem Himmel machte es so speziell.














Schild zum FKK Strand
 Es war auch kein stinknormaler Sandstrand. Es lagen unzählige riesen Baumstämme herum, ein felsiger Weg führte am Wasser entlang.
Ryan erzählte uns, dass das eigentlich ein FKK-Strand ist - nur jetzt zu dieser Jahreszeit ist hier so gut wie nichts los. "In summer, there are about 1000 people - all naked" sagte er "like at the and of the movie The Parfum", antwortete ich^^


Ach und übrigens, Vancouver und seine umliegenden Orte war und ist Drehort für unzählige Hollywoodfilme. Den Tag zuvor liefen wir durch einen Wald, in dem fast ganz Twilight gedreht wurde. Und auch Harry Potters Hogwarts School steht eigentlich am Pazifischen Ozean.

So schön der Platz auch war, irgendwann mussten wir zurück, schließlich durften wir unseren Bus nach San Francisco nicht verpassen! Der Aufstieg war mega anstrengend....ihr erinnert euch, die gefühlten 1000 Stufen?!


Nach unserem zweiten Couchsurfingerlebnis (das erste war in Barcelona) kann ich dieses Portal nur wärmstens empfehlen. Klar, es gibt dort auch bestimmt so einige wirklich asslige, wenn nicht gar gefährliche Angebote, die User sind nicht verifiziert. Jedoch wollen die meisten einfach nur Leute aus aller Welt kennenlernen und diese sind wiederum froh, jemanden Einheimischen zu haben, der ihnen neben einer kostenlosen Unterkunft die Stadt von einer ganz anderen Seite, als man sie aus dem Standartreiseführer kennt, zeigt. Es ist ein Geben und Nehmen und man fühlt sich wirklich so, als gehöre man einer großen Familie an, die auf der ganzen Welt verteilt ist. Anders wie bei Airbnb sind die Leute dort bereit zu teilen. Kochen zusammen. Trinken zusammen Kaffee. Und man verspricht sich, in Verbindung zu bleiben!....auch wenn das nicht immer klappt.

Naja Leute, ihr seht schon....so eine Busfahrt kann ganz schön lange sein. Aber ich mache diesen Blog hier wirklich gern.
Zunehmend merke ich, wie sich meine Gedanken von alleine auf Englisch übersetzen. Sogar jetzt beim Schreiben wäre mir der ein oder andere Satz auf Englisch leichter über die Lippen - äh sorry über die Tastatur gegangen. Also freut euch bald auf einen englischen Post... :D

Ach Lisa wacht gerade auf und ihre ersten Worte sind: "Alter, der Pissegeruch ist mir so in die Nase gestiegen, dass ich jetzt high davon bin.!!!!"


Grüße aus...ähm irgendwo vor Sacramento and see you soon in the Capital of Love&Peace...San Francisco!!!

Samstag, 24. März 2012

Nicer Scheiß! :)

Finally!
Endlich kann ich nach 3 Wochen mit meinem ersten Blogeintrag der Reise beginnen...ihr wisst gar nicht schrecklich das ist, wenn man so viele Gedanken und Ideen, die einem im Kopf umherschwirren umbedingt aufschreiben will, aber nicht kann! (Ok per Hand ginge auch, dazu bin ich aber bei dieser Menge an Wörtern echt zu faul).
Ein neuer Laptop ist jetzt mein! Durch ein etwas komplizierteres Visakartenproblem, dass mir ganz nebenbei so einige Nerven kostete, hat sich der Kauf dieses Teils ein wenig verzögert.

Es ist 18 Uhr. Draussen scheint die Sonne. Die ganze Nacht habe ich Bilder sortiert, sie bearbeitet, getippt, gegoogelt, Gedanken gefasst...und zwischendurch geschlafen. Jetzt sind wir beide seit ca 4 Stunden dran, die nächste halbwegs komfortable Unterkunft zu suchen -- San Francisco is calling!
Aber jetzt mal von vorne...es gibt schließlich 3 Wochen Backpackerlebengeschichten zu erzählen...

2. März bis 10. März 2012

CANADA

Montréal - Québec

Nach 8 Stunden Flug einmal quer über den Atlantik landen wir heil, aber ein wenig müde in Montréal.
 Das erste mal franco-kanadische Luft schnuppern :) Doch bis wir aus diesem trostlosen Flughafengebäude raus sind, müssen wir uns erstmal für den Kampf durch die Behördengänge bereit machen. Weitere 2,5 Stunden Fragerei und Warterei. Und ich dachte die Kanadier wären da gechillter. Aber gut, auch das hatte irgendwann ein Ende.
Das Hotel ist schnell gefunden. (Wir dachten für die ersten paar Nächte ist ein Hotel doch besser wie gleich Hardcorebackpackermäßig mit Couchsurfing oder Airbnb anzufangen :)

Der erste Morgen. Nach überzuckertem Frühstücks- und eisigem Temperaturschock wird erst einmal die Stadt erkundet. Wir wussten, dass in Montréal, quasi eine Insel umzingelt vom St. Lorenz Strom, noch tiefer Winter herrscht. Was an sich kein Problem war. Mit gefütterter Jacke, Strumpfhosen und Mütze waren wir gut gerüstet. Der eisige Wind jedoch, der fast ununterbrochen durch die Stadt fegte, war das größere Übel. So schön da auch die Sonne und der strahlend blaue Himmel waren....der Schein trügte!
Für viele Amerikaner ist Montréal ein beliebter Touristenmagnet. Sowohl die Architektur als auch Land und Leute sind sehr europäisch. Viele französische Bauten im Jugendstil, sowie kleine Cafés, Boulangeries und Crêpe-Restaurants lassen fast meinen, man wäre in Paris!
Was nicht verwundert, schließlich sind ca 80 % der Einwohner Québecs französischer Abstammung, demnach ist die offizielle Landessprache auch französisch.
 Eigentlich findet man aber so gut wie alles in zweisprachiger Ausführung. Von Straßenschildern, über Cornflakesverpackungen, Zeitschriften und Restaurantkarten bis hin zur Werbung steht alles auf Englisch und Französisch. In manchen Geschäften wird man mit "Bonjour ca va, Hello how are you" begrüßt.

Die Stadt ist sehr mulitkulturell und besteht aus vielen kleinen Stadtvierteln, jedes eine andere Nation.
Besonders gefiel mir das lebendige, wilde "Quartier Latin", also das lateinamerikanische Viertel. Bunt bemalte Häuser, verrückte Second-Hand Shops und Tattooläden.
 Einmalig für Montréal sind die vielen Graffitiwände. Ich musste vor jeder erst mal zehn Minuten stehen bleiben und sie bewundern....das ist einfach bunte, wunderschöne Kunst inmitten grauen, kühlen Häuserfassaden.

Erste Airbnb Unterkunft bei Caroline und Andy
Nach drei Nächten im Hotel ging's weiter zu unserer ersten Privatunterkunft, die wir über die Seite www.airbnb.com buchten. Eine wahnsinnstolle Erfindung! Die Idee ist so simpel wie genial. Leute aus aller Welt können dort eine Unterkunft anbieten. Die meisten vermieten ein Zimmer in ihrem Apartment, oft findet man aber auch echte Exklusivitäten wie Boote, Strandhäuser, Baumhäuser oder Wohnwägen! Im Vergleich zu Hostels sind diese Angebote oft noch günstiger - vor allem wenn man bedenkt, dass man über Airbnb ein eigenes, privates Zimmer bekommt und nicht in einem Hochbett mit 8 anderen Personen schlafen muss. Noch dazu kann man die Kultur und die Menschen des Landes viel besser kennenlernen und erfährt echte Insidertipps, die man als "normaler" Tourist niemals zu sehen bekommen würd.
Nun aber zur ersten Unterkunft. Die Wohnung lag ca 5 Métrostationen außerhalb des Zentrums. Caroline ist eigentlich Französin, ihr Freund Andy Engländer. Zusammen sind sie vor 4 Monaten nach Montréal gezogen.
Das Zimmer war super, Bad und Küche genügten vollkommen. Interessant ist, dass im Gegensatz zu Deutschland die Häuser kein Treppenhaus haben, sondern jede Wohnung von aussen erreichbar ist.
Die vielen aneinandergereihten Wendeltreppen sind typisch für ostkanadische Wohngegenden.

Am zweiten Tag sind wir mit dem Bus auf "Mont Royal" gefahren. Ein Berg mitten in der Stadt! Leider fing genau an diesem Tag die Piste an zu schmelzen, was das Rodelvergnügen nur halb so schön machte. Die Aussicht auf ganz Montréal machte das aber allemal wieder wett!






Donnerstag, 1. März 2012

Every day's unique

Jeden Tag wartest du auf einen anderen Tag. Und dann ist dieser Tag da und du denkst dir, wie wird das Gefühl sein wenn er zu Ende ist? Wie als wäre das hier und jetzt schon die Vergangenheit.
Alles ist erledigt. Nur noch Verabschiedungen stehen bevor. Dann beginnen 3 Monate. Jeder Tag beginnt völlig anders. Kein Tag reiht sich vor den anderen. Jeder steht alleine da. Keine Zukunft. Keine Vergangenheit. Nur die Gegenwart.

Genug mit der Philosophiererei. Morgen geht's los. 11:50. Erstes Ziel...hm ja erst mal Amsterdam. Dort dann umsteigen und ab nach Kanada. Montreal. Die erste Woche ist geplant. Was danach kommt? Wohin uns unsere Gedanken tragen :)
Die Organisation für diese Reise war ein organisiertes Chaos. Das fängt schon beim Packen an. Soll ich einen Koffer, oder - ganz Backpacker like - einen Rucksack nehmen? Ich entschied mich für beides. Einen 70 Liter Rucksack, den ich ganz günstig in einem Shop für Militärsausrüstung erstand.
Da ich aber unter Diabetes Mellitus Typ I "leide", wurde mein Diabetes Equipment das meiste Gepäck. Ich benutze eine Insulinpumpe, die 24 Stunden an meinem Körper ist. Nadeln, Messgeräte, Insulin, Teststreifen...und das alles im Übermaß. Kann ja immer mal was passieren. Also musste noch ein kleiner Hardschalenkoffer in Handgepäckgröße her.

Tja und der erste Nervenzusammenbruch erlebte ich dann bei meiner Esta-Anmeldung. Esta ist ein seit 2006 bestehendes Formular zur Einreisegenehmigung. Es muss von jedem Bürger, der nicht die us-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt und in die USA einreisen will, ausgefüllt werden. Kostenpunkt: günstige 14$ (wenn man mal die auserirdischen Preise für einen Reisepass bei uns betrachtet). Bezahlung: Per Kreditkarte.
 Die Einreisegenehmigung ist für 2 Jahre gültig, allerdings darf der Aufenthalt nicht länger als 90 Tage am Stück andauern. Das heißt man könnte theoretisch 3 Monate drüben bleiben, dann nachhause fliegen und nach zwei Monaten nochmal für 3 Monate rüber. Wer länger als 3 Monate bleiben möchte, oder dort arbeiten möchte, benötigt ein Visum.
An sich ist das Formular kein Problem. (link dazu: https://esta.cbp.dhs.gov/esta/). Jedoch wird u.a auch danach gefragt, ob man irgendwelche Krankheiten hat, schon mal eine Straftat begangen hat und so weiter. Tja und da ich ja an Diabetes leide, habe ich die Frage mit den Krankheiten mit "Ja" beantwortet.
Nach einer Viertel Stunde weiterer Fragerei kam dann das erschreckende Ergebnis: Abgelehnt.
Nun gut...schnell mal das ganze Internet durchforscht. "Wurden Sie abgelehnt, dürfen Sie nicht einreisen". Im Reisebüro angerufen. Die nette Dame konnte mir auch nicht viel weiterhelfen außer mir die Nummer vom auswärtigen Amt zu geben. Dort hat mir der Herr einen weiteren Schrecken eingejagt in dem er mir sagte, dass ich dann ein Visum bräuchte und die nächsten Termine für diesen Visumantrag der 2. und 19. März seien. Bis ich ihm dann nochmal meinen Notstand erklärte. Dann kam eben raus, dass man die Krankheitsfrage nur bei ansteckenden Krankheiten ankreuzen darf und man die Esta Anmeldung ohne Probleme nach 24 Stunden wiederholen kann.
Stein vom Herzen gefallen. 24 Stunden gewartet. Alles noch mal gut gegangen.
Hoffen wir nur das mein Koffer voller Nadeln und Insulin beim Check In keine Probleme bereitet. Ein ärztliches Attest ist auf jeden Fall notwendig!

Somit....wieder zu den schönen Dingen einer Reise. Das Planen der Route :)
Bei so etwas ist es auf jeden Fall von Vorteil, andere Leute zu fragen, die schon mal eine ähnliche Reise gemacht haben. Zum Glück kennen wir jede Menge Weltenbummler, die uns noch viele hilfreiche Tipps für die Planung gaben.

Nach einer Woche im Franzosenkanada werden wir für ca 2 Tage Toronto besichtigen. Danach werden wir uns die kanadische Seite der Niagarawasserfälle anschauen. Dann folgt die erste Stadt auf der US-Seite. Chicago. Da ich vor 6 Jahren schon mal dort war, wird uns die Orientierung dort hoffentlich ein wenig leichter fallen. Chicago hat jede Menge tolle Architektur und wunderbare Museen zu bieten. Durch seine Lage am Michigan Lake, der so riesig ist, dass man nicht mal das andere Ufer entdecken kann, bietet die Stadt eine tolle Atmosphäre....naja trotz seiner rauen Winde....die Stadt wird ja nicht um sonst "the windy city" genannt :)
Nach dem ersten Großstadtjungle werden wir erst mal für 3 Tage mit dem Zug durch den Norden der USA fahren um dann an der Westküste, genauer gesagt in Seattle anzukommen. Danach nochmal hoch nach Kanada. Natürlich nach Vancouver. Durch die ganze Schwärmerei von Leuten, die schon mal in dieser Stadt waren, freue ich mich ganz besonders auf die Woche dort. Und wer weis, vielleicht werden es auch zwei... :)

Denn das schöne an dieser Reise ist, dass wir keine Termine haben. Kein Reisebus der ohne uns davonfährt. Keine Reiseführerin, die schon nervös auf die Uhr schaut, wenn man trödelt.
Nein ich habe keine "To-Do" Liste in meinem Gepäck, auf der alle Sehenswürdigkeiten nach der Reihe angeordnet sind. Ich will das Leben dort erfahren. Die Kulturen und die Leute. Die schlechten und die guten Seiten des Landes. Geschichten die das Leben schreibt. Keine 0-8-15 Rundreise mit Leuten, die ihre Kamera bei jedem amerikanischen Graßhalm zücken.

Unsere ersten vier Nächte werden wir in einem 3-Sterne Hotel verbringen. Danach haben wir schon eine Privatunterkunft für 10 $ CAD gebucht. Die Seite http://www.airbnb.com ist ein wunderbarer Tipp, für alle die günstige Übernachtungen suchen und dabei noch das Leben im Urlaubsland hautnah miterleben wollen. Wenn man Glück hat ist also auch ein Reiseführer inclusive. Bereits bei unserem letzten Urlaub in Barcelona haben wir die Seite genutzt und hatten eine super nette Gastgeberin die uns nicht nur die Stadt zeigte sondern auch echte Insider Ecken kannte. Wieso also ein teures Hotel buchen und sich mit einem dicken Reiseführerwelzer umherschlagen, wenn man SO WAS kriegen kann?! :) Bevor man allerdings eine Unterkunft dort bucht, sollte man sich auf jeden Fall die Bilder anschauen und die Rezensionen lesen. Schwarze Schafe gibt es überall.

Somit. Ich hoffe ich werde auch dort die Zeit zum scheiben finden. Und hoffe jetzt einfach, das beim Flug morgen alles klappt ;-)